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Die 10 bedeutendsten archäologischen Stätten in Israel

Israel gehört weltweit zu den am dichtesten erforschten archäologischen Räumen. Das liegt nicht allein an der kulturellen Bedeutung des Landes für drei Weltreligionen, sondern auch an der außergewöhnlichen Erhaltungsbedingungen: Trockenes Klima, mehrfache Stadtüberlagerungen auf engstem Raum (Tells) und eine intensive Forschungstradition seit dem 19. Jahrhundert haben eine Fülle von Wissen erzeugt. Die Israelische Altertumsbehörde (IAA) überwacht jährlich Hunderte von Rettungsgrabungen.

1. Masada, Judäische Wüste

Masada, ein isolierter Tafelberg am Westufer des Toten Meers, wurde von Herodes dem Großen zwischen 37 und 31 v. Chr. als Festungspalast ausgebaut. Die Anlage enthält zwei Paläste, Bäder, Synagogen und ein ausgeklügeltes Regenwasserreservoir. Die Belagerung durch die Römer 73 n. Chr. und der Massentod der jüdischen Verteidiger, überliefert von Flavius Josephus, wurde durch Yigael Yadins groß angelegte Ausgrabung 1963–65 partiell bestätigt. Masada ist heute eines der meistbesuchten Kulturziele Israels. UNESCO-Welterbestätte seit 2001.

2. Caesarea Maritima, Mittelmeerküste

Caesarea Maritima, von Herodes dem Großen ab ca. 22 v. Chr. als künstlicher Tiefwasserhafen gebaut und nach Augustus benannt, war über Jahrhunderte eine der wichtigsten Häfen des östlichen Mittelmeers. Unterwasserarchäologen der University of Haifa haben seit den 1970er Jahren die Hafenanlage, die zwei- Wellenbrecher-Konstruktion und hydraulisch gesetzte Betonblöcke untersucht — ein frühes Beispiel für den Einsatz von puzzolanischer Erde (Trass) im Betonbau unter Wasser. Das Amphitheater wird bis heute für Konzerte genutzt.

3. Megiddo, Jesreeltal

Megiddo, auf einem strategischen Hügel mit Blick auf die Jesreelebene, war zwischen 3000 und 300 v. Chr. fast ununterbrochen bewohnt und zeigt über 20 Stadtschichten übereinander. Die Stätte gibt dem biblischen Begriff Armageddon (hebr. Har Megiddo, "Hügel von Megiddo") seinen Namen. Ausgrabungen förderten ein bronzezeitliches Stadttor, salomonische Stallungen (oder Lagerhallen), ein beeindruckendes Wassertunnel-System aus der Zeit Ahabs und Elfenbeinschnitzereien von internationaler Qualität zutage. UNESCO-Welterbestätte (Biblische Hügel) seit 2005.

4. Beit She'an, Jesreeltal

Beit She'an (griechisch Skythopolis) ist eine der besterhaltenen römisch-byzantinischen Städte Israels. Der National Park zeigt ein 7000 Zuschauer fassendes Theater, das Colonnaded Street-System, Badeanlagen, eine Agora und Tempel aus dem 2. bis 7. Jahrhundert n. Chr. Der Hügel (Tell Beit She'an) überlagert Schichten bis zur ägyptischen Statthalterschaft des 15. Jahrhunderts v. Chr. Die Stätte demonstriert eindrucksvoll die Transformation von einer ägyptischen Garnisonsstadt über eine hellenistische Polis zur byzantinischen Metropole.

5. Hazor, Obergaliläa

Hazor war in der Bronzezeit die bedeutendste Stadt Kanaans — Thutmosis III. und die Amarna-Briefe bezeichnen sie als "Haupt aller Königreiche". Die Ausgrabungen, zunächst unter Yigael Yadin, später unter Amnon Ben-Tor, zeigen die massiven kanaanäischen und israelitischen Stadtanlagen sowie ein komplexes Wassertunnel-System aus der Zeit König Ahabs (9. Jahrhundert v. Chr.). Ein 2010 entdecktes Tintenfassfragment mit einem Buchstaben ist möglicherweise eines der ältesten bekannten alphabetischen Schriftdokumente. UNESCO-Welterbestätte (Biblische Hügel) seit 2005.

6. Qumran, Judäische Wüste

Qumran, am Nordufer des Toten Meers, ist die Stätte, in deren Umgebung die Schriftrollen vom Toten Meer in elf Höhlen gefunden wurden (ab 1947). Die Siedlung selbst, möglicherweise die Heimstatt der Essener-Gemeinschaft, zeigt ein ausgeklügeltes Wassermanagementsystem mit Kanälen und Zisternen, ein Schreibraum (Skriptorium), Speisesäle und Badebecken. Qumran blieb bis zur römischen Zerstörung 68 n. Chr. besiedelt. Das Scrollery-Laboratorium im Rockefeller-Museum Jerusalem ist der Ort, an dem die Schriftrollen konserviert und entrollt wurden.

7. Bet Guvrin (Maresha), Schephela

Bet Guvrin/Maresha ist bekannt für seine ungewöhnlichen Unterwelten: Unter dem antiken Tell liegt ein System aus Hunderten von ausgehöhlten Kalksteinhöhlen, die als Taubenvolieren, Olivenölpressen, Bäder und Grabkammern dienten — ein vollständiges unterirdisches Leben einer hellenistisch-idumäischen Gemeinschaft des 3./2. Jahrhunderts v. Chr. Die Kolumbarien (Taubenturmhöhlen) lieferten große Mengen von Guano als Dünger. UNESCO-Welterbestätte seit 2014.

8. Akko (Acre), Nordküste

Akko ist eine der am längsten kontinuierlich bewohnten Häfenstädte des östlichen Mittelmeers. Unter der osmanischen Altstadt liegen die gut erhaltenen Anlagen der Kreuzfahrerhospitaliter aus dem 12. und 13. Jahrhundert, darunter eine der beeindruckendsten erhaltenen mittelalterlichen Stadtanlagen — Rittersäle, Refektorium, Kirche und Tunnel. Die oberirdische Altstadt mit ihren osmanischen Bauten ist ebenfalls ausgezeichnet bewahrt. UNESCO-Welterbestätte seit 2001.

9. Ashkelon, Südküste

Ashkelon war eine der fünf Großstädte der Philister (Pentapolis) und einer der wichtigsten Häfen des bronzezeitlichen Kanaan. Die Leon Levy Expeditionen (Harvard University) seit den 1980er Jahren haben eine Sequenz von der Mittel- bronzezeit bis in die islamische Zeit freigelegt. Besonders bemerkenswert: das älteste bekannte Gewölbebau-Stadttor der Welt (Mittlere Bronzezeit, ca. 1850 v. Chr.) und ein Massengrab von Neugeborenen aus der Römerzeit — möglicher- weise ein Zeugnis von Infantizid oder epidemischem Tod in einem Badehaus.

10. Tel Dan, Nördlicher Negev/Obergaliläa

Tel Dan, an einer Quelle des Jordan gelegen, ist eine Stätte mit Schichten von der Neolithischen Zeit bis in die islamische Periode. Bedeutendster Fund: die "Haus-David-Inschrift", ein 1993 entdecktes Basaltfragment aus dem 9. Jahrhundert v. Chr., das die erste außerbiblische Erwähnung des "Hauses David" enthält — ein wichtiger epigraphischer Beleg für die historische Existenz der davidischen Dynastie. Die große bronzezeitliche Erdwall-Stadtanlage und das israelitische Bamot-Heiligtum machen Dan zu einem der vielschichtigsten Tells Israels.

Auf der Karte erkunden

Die archäologischen Stätten Israels liegen auf engstem Raum zusammen und sind gut erschlossen. Viele Stätten lassen sich kombinieren. Die interaktive Karte gibt einen Überblick über alle eingetragenen Fundorte.

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