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Die 10 bedeutendsten archäologischen Stätten auf Zypern

Zypern, die drittgrößte Insel des Mittelmeers, war wegen ihrer Kupfervorkommen in der Antike von strategischer Bedeutung — der Name "Kupfer" (lateinisch cuprum) leitet sich direkt von Kypros ab. Die Insel war Schauplatz mykenischer Besiedlung, phönizischer Handelsstützpunkte, griechischer Stadtkönigtuemer, Ptolemäerherrschaft, Römerprovinz und byzantinischer Verwaltung. Die Ausgrabungen auf Zypern zählen zu den international intensivsten des östlichen Mittelmeers.

1. Kourion, Südzypern

Kourion, auf Klippen hoch über dem Meer an der Südwestküste, war eine der bedeutendsten Städte der antiken Insel. Das Theater (hellenistische Gründung, umgebaut im 2. Jahrhundert n. Chr.) ist eines der besterhaltenen des östlichen Mittelmeers und wird bis heute für Aufführungen genutzt. Die "House of Eustolios"- Villa zeigt exzellente Mosaike aus dem 5. Jahrhundert n. Chr. mit einer bewusst christlichen Ikonographie, die Sonnen- und Wasserdarstellungen mit Kreuzzeichen verbindet. Das Stadion von Kourion ist eines der wenigen antiken Stadien, die auf Zypern sichtbar sind und in den Daten der Plattform eingetragen sind.

2. Paphos und Palaipaphos, Westzypern

Paphos ist ein Doppelname zweier Stätten: Palaipaphos (altes Paphos, heute Kouklia) war das religiöse Zentrum der Aphrodite-Verehrung in der Bronze- und Eisenzeit; Nea Paphos (neues Paphos) wurde im 4. Jahrhundert v. Chr. gegründet und war Hauptstadt des ptolemäisch-römischen Zypern. Die Mosaike in den römischen Villen von Nea Paphos (Villa des Dionysos, Villa des Theseus) zeigen griechische Mythen in Darstellungen von außergewöhnlicher Qualität und Erhaltung. Paphos enthält auch ein Amphitheater. Beide Stätten sind auf der Plattform verzeichnet. UNESCO-Welterbestätte seit 1980.

3. Salamis, Nordostzypern

Salamis, nahe der modernen Stadt Famagusta, war die bedeutendste antike Stadt Zyperns und hatte eine Geschichte von der Bronzezeit bis in die byzantinische Zeit. Das Gymnasium, die Bäder und das Theater aus der römerischen Phase zeigen den Wohlstand der Stadt; die Königsgräber (Royal Tombs of Salamis) außerhalb der Stadt sind zyprisch-geometrische Bestattungsanlagen des 8./7. Jahrhunderts v. Chr. mit außergewöhnlichen Beigaben, die Parallelen zu homerischen Bestattungsriten zeigen. Die Stätte ist auf der Plattform eingetragen.

4. Choirokoitia, Südzypern

Choirokoitia ist eine neolithische Siedlung des 7.–4. Jahrtausends v. Chr. auf einem Hügelsporn — eine der am besten erhaltenen prähistorischen Stätten des östlichen Mittelmeers. Kreisrunde Steinbauten (Tholoi), Pflastersteine und ein vollständiges Straßensystem zeigen einen erstaunlich hohen Grad urbaner Organisation für eine Gemeinschaft aus ca. 3000 Jahren vor der Erfindung der Schrift. Choirokoitia repräsentiert eine der ältesten neolithischen Besiedlungen Zyperns durch Farmer, die von der anatolischen Küste eingewandert sein dürften. UNESCO-Welterbestätte seit 1998.

5. Kition (Larnaka), Südzypern

Kition, unter dem modernen Larnaka gelegen, war eine der wichtigsten phönizischen Koloniegründungen Zyperns (ca. 9. Jahrhundert v. Chr.) und später Geburtsort des Philosophen Zenon von Kition, des Gründers der stoischen Schule. Die Ausgrabungen haben bronzezeitliche Kupferschmelzanlagen und phönizische Tempel- anlagen freigelegt, die gleichzeitig für Metallverarbeitung genutzt wurden — ein ungewöhnliches Nebeneinander von Industrie und Ritual.

6. Amathus, Südzypern

Amathus, östlich von Limassol, war einer der letzten Orte, der die vorhelle- nistische zyprische ("eteocyprische") Identität bewahrte — gegen die griechische Kolonisierung. Die Ausgrabungen haben einen Tempelbezirk des Aphrodite-Adonis- Heiligtums, eine Agora und Stadtmauern freigelegt. Die Nekropole von Amathus enthält Kammergräber mit Beigaben aus dem 9. bis 3. Jahrhundert v. Chr., die eine eigenständige zyprische Kunsttradition dokumentieren.

7. Enkomi, Nordostzypern

Enkomi (Alasia?) war in der Spätbronzezeit (16.–12. Jahrhundert v. Chr.) die bedeutendste Stadt Zyperns und wahrscheinlich der wichtigste Kupferexporteur des östlichen Mittelmeers. Ägyptische Texte erwähnen "Alasia" als Herkunftsort von Kupfer, und Enkomi gilt als wahrscheinlichster Kandidat für diese Identifizierung. Die griechisch-zyprische und französische Expedition hat eine Stadtstruktur aus orthogonalen Blocks freigelegt — bemerkenswert früh für eine Bronzezeit-Anlage dieser Größe.

8. Pyla-Kokkinokremos, Südzypern

Pyla-Kokkinokremos ist eine Notfallsiedlung aus dem 12. Jahrhundert v. Chr. — eine befestigte Höhensiedlung, die aus dem Nichts errichtet und nach kurzer Zeit verlassen wurde, möglicherweise im Kontext der sogenannten "Seevölker"- Invasionen, die die Spätbronzezeit-Zivilisationen des östlichen Mittelmeers weitgehend zerstörten. Die Stätte ist einer der wenigen gut belegten Belege für diese dunkle Übergangsperiode auf Zypern und in der Plattform verzeichnet.

9. Vouni, Nordwestzypern

Vouni ist ein Palastkomplex des 5. Jahrhunderts v. Chr. auf einem Bergkamm mit Blick auf das Meer — architektonisch einzigartig in der griechischen Welt durch seinen persischen Grundriss. Der Palast wechselte mehrfach zwischen pro-persischen und pro-griechischen Herrschern. Das asymmetrische Gebäude mit einer Megaron-Halle zeigt, wie auf Zypern griechische und orientalische Bau- und Herrschaftstraditionen nebeneinander existierten. Der Schatz von Vouni (Silbergefäße, 1928 gefunden) ist ein Schlüsselfund der zyprischen Toreutik.

10. Idalion, Zentrum Zypern

Idalion war eines der zehn altzyprischen Stadtkönigtuemer und ist bekannt für eine der ältesten bekannten Vertragsschriften auf einer Bronzetafel (5. Jahrhundert v. Chr.) — die "Idalion-Tafel", die eine Vereinbarung zwischen dem König und einer Ärztefamilie über Behandlungsleistungen dokumentiert. Idalion ist auch bedeutend für die Erforschung der zyprisch-syllabischen Schrift und der Übergangsphase von der Bronze- zur Eisenzeit auf Zypern.

Auf der Karte erkunden

Zyperns archäologische Stätten sind über die gesamte Insel verteilt und für unabhängige Reisende gut erschlossen. Die interaktive Karte zeigt alle eingetragenen Fundorte auf der Insel.

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