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Die 10 beeindruckendsten Römerruinen im Mittelmeerraum

Das Römische Reich umfasste auf seinem Höhepunkt das gesamte Mittelmeer — mare nostrum, "unser Meer". Die Bauten, die es hinterließ, verteilen sich von Schottland bis zum Euphrat, aber ihre Dichte und Erhaltung ist rund um das Mittelmeer am größten. Diese zehn Stätten sind keine vollständige Liste, sondern eine Auswahl, die die Bandbreite römischer Bautätigkeit — von der Haupstadt bis zur Provinz, von Nordafrika bis Asien — repräsentiert.

1. Kolosseum, Rom, Italien

Das Flavische Amphitheater — das Kolosseum — ist das bekannteste Bauwerk Roms und das größte Amphitheater der antiken Welt. Erbaut 72–80 n. Chr. unter Vespasian und Titus, fasste es bis zu 75.000 Zuschauer. Die Hypogäa (Unterkeller) mit ihren Aufzugssystemen für Tiere und Gladiatoren wurden erst im 20. Jahrhundert vollständig freigelegt. Das Kolosseum war bis in das 6. Jahrhundert aktiv; danach diente es als Steinbruch und Wohnburg. UNESCO-Welterbestätte (Zentrum von Rom) seit 1980.

2. Leptis Magna, Libyen

Leptis Magna, Geburtsort des Kaisers Septimius Severus (193–211 n. Chr.), ist die am besten erhaltene Römerstadt außerhalb Italiens — größer als Pompeji und Herculaneum und über mehrere Jahrhunderte unter Sand begraben. Das severische Forum, die Basilika und der neue Hafen wurden alle innerhalb einer einzigen Regierungszeit gebaut. UNESCO-Welterbestätte seit 1982.

3. Baalbek, Libanon

Baalbek, im Bekaa-Tal, beherbergt die größten erhaltenen römischen Tempel überhaupt: Der Jupiter-Tempel hatte eine Podiumshöhe von 22 Metern und Säulen von 22 Metern Höhe — nur sechs stehen noch, aber sie genügen, um den ursprünglichen Maßstab zu vermitteln. Der Bacchus-Tempel ist dagegen nahezu vollständig erhalten und gilt als einer der schönsten Tempel der Römerzeit. Baalbek war ein bedeutendes religiöses Zentrum, das ältere phönizische Heiligtumsüberlieferungen fortführte. UNESCO-Welterbestätte seit 1984.

4. Ephesos, Türkei

Ephesos, an der türkischen Ägäisküste, war eine der größten Städte des östlichen Mittelmeers — im 1./2. Jahrhundert n. Chr. hatte sie möglicherweise 200.000 Einwohner und war Hauptstadt der Provinz Asia. Die Celsus-Bibliothek (2. Jahrhundert n. Chr.), eines der bekanntesten Bauwerke der Römerzeit, war nach Alexandria die zweitgrößte Bibliothek der Antike. Das Theater, die Agora, die Terrassenhäuser (mit Wandmalereien und Mosaiken in situ) und die Hafenstraße zeigen eine gut erschlossene Metropole. UNESCO-Welterbestätte seit 2015.

5. Pompeji und Herculaneum, Italien

Pompeji und Herculaneum, am Fuß des Vesuvs, wurden durch den Ausbruch von 79 n. Chr. eingefroren. Pompeji (ca. 15.000 Einwohner) ist weitergehend ausgegraben; Herculaneum ist kleiner, aber besser erhalten, weil es tiefer unter Pyroclastik begraben wurde (Holz, Stoffe, Papyrus blieben erhalten). Die Herculaneum Papyri, 1752 entdeckt, werden noch immer mit modernsten Methoden entrollt und entschlüsselt. UNESCO-Welterbestätte seit 1997.

6. Caesarea Maritima, Israel

Caesarea Maritima, von Herodes dem Großen ab ca. 22 v. Chr. gebaut, zeigt einen der kühnsten Hafenbauten der Antike: hydraulischer Beton (opus caementicium) wurde unter Wasser gesetzt — ein technisches Kunststück, das erst im modernen Ingenieurbau wieder erreicht wurde. Unterwassergrabungen der Universität Haifa haben die Hafenanlage systematisch dokumentiert.

7. Dougga (Thugga), Tunesien

Dougga, auf einem Hügel in Nordtunesien, gilt als die am besten erhaltene Kleinstadt der römischen Welt — mit Forum, Kapitol, Theater, Mausoleum und Straßen, die noch heute gangbar sind. Die kompakte Größe macht Dougga zu einem der am besten vermittelbaren Eindrücke römerischer Provinzstadtkultur. UNESCO-Welterbestätte seit 1997.

8. Segovia (Aquädukt), Spanien

Der Aquädukt von Segovia, ein Meisterwerk der Ingenieurkunst ohne Mörtel aus dem 1./2. Jahrhundert n. Chr., versorgte die Stadt bis ins 20. Jahrhundert mit Wasser. Die zweistöckige Bogenreihe aus 166 Bögen bis 29 Meter Höhe ist das prächtigste erhaltene römische Ingenieurbauwerk auf der Iberischen Halbinsel. UNESCO-Welterbestätte (Segovia) seit 1985.

9. Volubilis, Marokko

Volubilis, die westlichste bedeutende Römerstadt, zeigt das äußerste Ende des Imperiums im Nordwesten Afrikas: ein vollständig ausgegrabenes Stadtareal mit privaten Mosaikvillen, Tempeln, einem Triumphbogen und einem Forum. Die Qualität der Mosaike (Dionysos-Szenen, Orpheus) gehört zum Besten im gesamten Reich. Die Stätte ist auf der interaktiven Karte verzeichnet. UNESCO-Welterbestätte seit 1997.

10. Jerash (Gerasa), Jordanien

Jerash, im nördlichen Jordanien, ist die am besten erhaltene Provinzstadt des Nahen Ostens — mit Forum, zwei Kolonnaden-Hauptstraßen (Cardo und Decumanus), einem Hippodrom, zwei Theatern, Tempeln des Zeus und der Artemis und einem vollständigen Triumphbogen (Hadrian). Die Stadt war Teil der Dekapolis und ist heute das vollständigste Bild einer kleinasiatischen Römerstadt überhaupt.

Auf der Karte erkunden

Römerruinen verteilen sich über das gesamte Mittelmeer und weit darüber hinaus. Viele der hier genannten Stätten sind auf der interaktiven Karte eingetragen und bilden zusammen einen eindrucksvollen Überblick über die Ausdehnung des Imperiums.

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